Es war angerichtet: Der FC Münsterlingen empfing den SC Berg zum ersten Heimspiel der Rückrunde – und wie! Schon beim Einlaufen lag eine Mischung aus Nervosität und Vorfreude in der Luft. Die FCM-Jungs wollten von Beginn an ein Zeichen setzen – und sie taten es laut und deutlich.
Gleich zu Beginn ging es zur Sache: In der 20. Minute holte sich Mirand Demiri die erste Gelbe Karte des Spiels ab – ein frühes Zeichen dafür, dass dieses Spiel alles andere als ruhig verlaufen würde. Doch was dann folgte, war pure Fußballkunst. Maurice Keller, besser bekannt als Motzi, setzte zu einem sensationellen Dribbling an, liess mehrere Gegenspieler stehen und versenkte den Ball mit eiskaltem Abschluss zur 1:0-Führung im Netz.
Nur fünf Minuten später erhöhte der FCM auf 2:0 – diesmal nach einem wilden Hin und Her im gegnerischen Sechzehner. Der Ball sprang zwischen Beinen und Schienbeinen hin und her, bis Motzi schliesslich am schnellsten schaltete und das Leder über die Linie drückte.
Doch dann die Wende. Ein Wackler in der Abwehr, und Yiwo Louis Franck Dano nutzte diesen in der 32. Minute zum Anschlusstreffer. Und als man auf Münsterlinger Seite noch grübelte, glich Elias Papadopoulos nur sechs Minuten später zum 2:2 aus. Die Partie war wieder offen – ein regelrechter Krimi war geboren.
Noch vor der Pause sah Captain Lukas Ryter Gelb – das Spiel wurde ruppiger. Die zweite Hälfte begann mit Feuer, allerdings wurde es zunehmend hitziger: Danilo Ferrari kassierte in der 57. Minute Gelb – und in der 68. Minute dann Gelb-Rot. Münsterlingen plötzlich in Unterzahl.
Innerhalb weniger Minuten folgten Verwarnungen für Affif Ghribi (64’), Rafael Lobo Alves und Luca Alder (beide 72’). In der 82. Minute dann der nächste Platzverweis: Lobo Alves sah Gelb-Rot – Münsterlingen nur noch zu neunt.
Doch dann der Aufschrei: Sascha Forster wurde im Sechzehner zu Fall gebracht. Der Pfiff kam – Penalty! Andi Hartnik trat an… doch der Berger Goalie parierte den Schuss! Die Chance zur Führung – ungenutzt.
Die letzten 15 Minuten wurden ein hitziges Spektakel: harte Zweikämpfe, Fouls im Minutentakt und Diskussionen auf und neben dem Platz. In der Nachspielzeit wäre das Spiel beinahe gekippt: Ein Berger Stürmer köpfte nach einer Flanke an den Pfosten – kollektives Herzstillstand auf der FCM-Bank inklusive.
Mit etwas Abstand bleibt ein Resultat, das sich wie eine vertane Chance anfühlt. Eine starke Startphase, zwei Tore, viel Kampf – und doch reichte es nicht zum Sieg. Zwei Platzverweise, ein verschossener Penalty und ein Schlussspurt in Unterzahl – dieser Nachmittag hatte alles, nur keine Langeweile. Am Ende ein Punkt mit viel Herz. Doch in der Garderobe wusste jeder: Da wäre mehr drin gewesen.
Viel Zeit zum Grübeln bleibt nicht. Bereits kommenden Samstag steht das nächste Kapitel an: Auswärtsspiel beim FC Wittenbach, Anpfiff um 16:00 Uhr. Der FC Münsterlingen bedankt sich bei allen Zuschauerinnen und Zuschauern für die lautstarke Unterstützung und ist bis über die Zehenspitzen hinaus motiviert, am 5. April den ersten Dreier der Rückrunde zu holen.