Einfach war das nicht. Unsere Frauen schaffen es dennoch, Nackenschläge wegzustecken und ein kompliziertes Spiel zu gewinnen. Der FC Uzwil, angetreten als Schlusslicht, wird in dieser Konstellation noch einige Punkte gewinnen, umso höher ist die Leistung unseres Teams einzuschätzen, das gute Ansätze zeigte und ein Spiel gewann, in dem lauter schöne Tore fielen. FCM - Uzwil 5:4 (2:0).
Rolis Motivationsvideo läutete die Rückrunde ein. Mit viel Bass, tollen Bildern aus der Vorbereitung und cool unterlegter Musik empfing er unsere Frauen zum ersten Spiel auf dem heimischen Hafenfeld. Sigis wohl vorbereitete Sportstätte lud zu einem Auftakt ein, dem viele Zuschauer beiwohnten. Leider gelang es uns nicht, von Beginn weg den Ton anzugeben, Uzwil war in der Startviertelstunde besser und beklagte einen Pfostenschuss sowie eine nicht gegebene Rote Karte gegen unsere Steffi, die die Gegenspielerin vor dem Strafraum nach allen Regeln der gepflegten Grätschkunst abräumte. Glück für den FCM, der danach besser ins Spiel fand und nach 20 Minute das Skore eröffnete. Kim die Ältere spielte einen unglaublichen Pass mit dem Aussenrist auf Melä, die sich in der Folge gegen zwei Gegenspielerinnen durchsetzte und anschliessend lässig vollendete. Nun war der Knoten gelöst und der FCM kam nur drei Minuten später zum 2:0. Und jetzt: Nehmt Euch Zeit. Dieses Tor hat eine längere Beschreibung verdient.
Alles begann mit einem beherzten Auftritt von Melina, die links durchlief und einen Eckball herausholte. Hanna musste über den halben Platz laufen, den Ball setzen und sie spielte ihn dann mit viel Drall in Richtung Tor. Die Verteidigung konnte den Ball zunächst klären, aber dann kam Lorena. Lorena. Lorena! Eine perfekte Ballannahme, und dann liess sie mit einem kleinen Wackler die Gegnerin ins Leere laufen. So hatte sie am rechten Strafraumrand plötzlich Zeit, den sie perfekt nutzte, um den Ball in die Mitte zu Dalia zu lupfen. Der Rest ist Kunst. Dalia setzte ihren Kopfball aus 8 Metern in die nahe Ecke und der FCM lag mit zwei Längen vorne. Ein Zaubertor, festgehalten auf Video von Linda, danke! Bis zur Pause passierte dann nicht mehr viel, auch wenn der FCM diese Phase dominierte und dem Gegner nur wenig Ballbesitz zugestehen musste. Das sollte sich nach der Pause aber ändern.
Denn kurz nach Wiederanpfiff gelang dem FC Uzwil der Anschlusstreffer. Wie unnötig, wie schade. Unser Abstoss landete im Mittelfeld beim Gegner, der sofort steil spielte und uns damit überrumpelte. Und es half auch nicht, dass die gottseidank rechtzeitig wiedergenesene Steffi (happy birthday #1) sich verschätzte und die Stürmerin gewähren liess. Eine weitere Geschichte dieses Spiels ist aber, dass der FCM nach diesem Gegentor sofort reagierte, genau so wie wir das vor dem Spiel beschwörten. Anstoss, ein Pass und danach nach vorne gespielt. Melä tankte sich links durch und sah die eben eingewechselte Katja, die nur noch einschieben musste. Ein weiteres sehenswertes Tor, und es sollten noch weitere dieser Art folgen. Zunächst war der FC Uzwil an der Reihe. Zwei Spielerinnen standen offside, was der Schiedsricher übersah, und schon lag der Ball im Netz. 3:2 stand es nun und man wusste nicht, wie sich das Spiel nun entwickeln würde. Zum Glück hatten wir auch auf dieses Gegentor eine schnelle Antwort. Melä fiel, der Schiri pfiff und Dalia legte sich den Ball zurecht. Kein Gschwätz, Hanna war schon draussen, also los. Der Schuss, orchestriert von Rolis Freistosstraining, passte perfekt und der FCM lag wieder mit zwei Toren vorne. Und es kam noch besser. Nach einer starken Ivy-Ecke landete der Ball bei Melä, die sich Platz verschaffte und überlegt in die lange Ecke abschloss. Gespielt waren 79 Minuten, also alles klar beim Stand von 5:2. Oder doch nicht? Der FCM wurde wegen verletzungsbedingten Wechseln durchgeschüttelt und verlor die Ordnung. Uzwil erzielte in der 84. Minute ein unbeschreibliches Zaubertor und war plötzlich wieder da. Und als in der 89. Minute der Ball ein weiteres Mal aufs Münsterlinger Tor flog und Steffi den von der Latte abprallenden Ball behändigte, entschied der Schiri auf Tor. Ob der Ball hinter der Linie war (Steffi sagt Njet), werden wir in diesem Leben nicht mehr klären, aber es ist auch egal, denn nach endlosen 5 Nachspielminuten war das Spiel aus. 16 kaputte Frauen und 3 kaputte Trainer freuten sich nun auf die dritte Halbzeit und auf etwas Erholung. Die brauchen wir auch, denn der Sieg war teuer erkauft. Mela wird länger ausfallen und die nächste Aufgabe beim starken FC Gossau wird zum Härtetest werden. Allen Widrigkeiten zum Trotz freuen wir uns aufs nächste Spiel und hoffen auf die Unterstützung unserer Fans, die sich auch an diesem Samstag einen Orden verdient haben. Merci!
FCM - FC Uzwil 5:4 (2:0)